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Franchise nehmen: Der Ablauf von der Bewerbung bis zur Eröffnung

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Franchise nehmen: Der Ablauf von der Bewerbung bis zur Eröffnung

Wie läuft der Prozess ab, wenn man ein Franchise nehmen möchte?

Wer ein Franchise nehmen möchte, durchläuft in der Regel sechs Phasen: Erstkontakt und Bewerbung, Kennenlerngespräche, Discovery Day, Erstellung des Business­plans, Finanzierung und schliesslich Vertragsunterzeichnung mit Eröffnung. Der gesamte Weg dauert je nach System und eigener Vorbereitung oft mehrere Monate, selten weniger als acht bis zwölf Wochen. Wichtig ist, sich diesen Ablauf nicht als reine Formsache vorzustellen, sondern als gegenseitige Prüfung: Der Franchisegeber bewertet den Kandidaten ebenso sorgfältig wie umgekehrt.

In den folgenden Abschnitten wird jede Phase konkret beschrieben, inklusive der Unterlagen, die Sie sich in jedem Schritt aushändigen lassen sollten, um informierte Entscheidungen zu treffen.

Wie beginnt die Bewerbung bei einem Franchisesystem?

Die Bewerbung startet meist mit einem Online-Formular oder einer Anfrage über die Systemzentrale, gefolgt von einem ersten Informationsgespräch per Telefon oder Video. In dieser Phase geht es vor allem darum, gegenseitig zu klären, ob Erwartungen, Kapitalrahmen und persönliches Profil zum Konzept passen. Wer sich einen Überblick über verschiedene Konzepte verschaffen will, findet in der Übersicht der Franchisesysteme eine gute Ausgangsbasis für den Vergleich.

Erste Unterlagen, die Sie erhalten sollten

  • Ein Kurzprofil des Systems mit Standortkonzept und Zielgruppe
  • Eine grobe Einschätzung der nötigen Investitionssumme
  • Informationen zu Gebühren wie Einstiegs- und laufender Franchisegebühr
  • Kontaktdaten für Rückfragen zu rechtlichen und wirtschaftlichen Aspekten

Was passiert bei den Kennenlerngesprächen?

Nach dem Erstkontakt folgen in der Regel ein oder mehrere vertiefende Gespräche, oft mit dem Vertriebsverantwortlichen und später mit der Geschäftsführung. Hier werden persönliche Motivation, unternehmerische Erfahrung und finanzielle Ausgangslage besprochen, während der Kandidat gleichzeitig prüft, ob die Unternehmenskultur zu ihm passt. Diese Phase kann je nach System einige Wochen dauern, da meist mehrere Termine notwendig sind.

Fragen, die in diesen Gesprächen zur Sprache kommen sollten

  • Wie sieht die Unterstützung in der Anlaufphase konkret aus?
  • Welche Vorkenntnisse oder Qualifikationen werden vorausgesetzt?
  • Wie ist das Verhältnis zwischen Zentrale und bestehenden Franchisenehmern?
  • Gibt es Referenzpartner, mit denen ein Austausch möglich ist?

Was ist ein Discovery Day und wie sollte man sich vorbereiten?

Der Discovery Day ist ein persönlicher Kennenlerntag in der Zentrale, an dem Kandidaten das Unternehmen, das Team und häufig auch einen bestehenden Betrieb vor Ort erleben. Er dient beiden Seiten dazu, den letzten Zweifel vor einer verbindlichen Absichtserklärung auszuräumen und ein realistisches Bild des Arbeitsalltags zu gewinnen. Wer sich vorab mit aktuellen Entwicklungen im Sektor vertraut machen möchte, kann dafür auch aktuelle Franchise-News als Gesprächsgrundlage nutzen.

Was Sie sich am Discovery Day aushändigen lassen sollten

  • Den vollständigen Entwurf des Franchisevertrags zur Prüfung
  • Ein detailliertes Handbuch oder Auszüge zu Betriebsabläufen
  • Konkrete Kennzahlen zu Investition, laufenden Kosten und Gebührenstruktur
  • Kontakte zu bestehenden Franchisenehmern für unabhängige Referenzgespräche

Wie erstellt man den Business­plan für die Bewerbung?

Der Business­plan entsteht meist in Zusammenarbeit zwischen Kandidat und Franchisegeber, wobei die Zentrale in der Regel eine Kalkulationsvorlage sowie Erfahrungswerte zu Kosten und Umsatzstruktur liefert. Der Kandidat ergänzt diese mit standortspezifischen Daten, persönlicher Finanzierungsplanung und einer realistischen Einschätzung der eigenen Liquiditätsreserve. Diese Phase ist entscheidend, denn sie bildet die Grundlage für das anschliessende Bankgespräch.

Bestandteile eines belastbaren Business­plans

  • Standortanalyse mit Einzugsgebiet und Wettbewerbssituation
  • Investitions- und Finanzierungsplan mit Eigen- und Fremdkapitalanteil
  • Liquiditätsplanung für die ersten Betriebsmonate
  • Realistische, konservativ kalkulierte Szenarien statt reiner Wunschzahlen

Wie läuft die Finanzierung eines Franchise-Betriebs ab?

Die Finanzierung kombiniert in der Praxis meist Eigenkapital, ein Bankdarlehen und gegebenenfalls Fördermittel, wobei die Bank den vom Franchisegeber unterstützten Business­plan als Entscheidungsgrundlage nutzt. Je nach Konzept variiert die notwendige Investitionssumme stark, weshalb sich ein Vergleich verschiedener Modelle lohnt, etwa zwischen einem gastronomischen Konzept wie MUNDFEIN Pizzawerkstatt und einem Dienstleistungskonzept wie fit20 Deutschland. Banken prüfen dabei nicht nur die Zahlen, sondern auch die Erfahrung des Systems und die Stabilität des Netzwerks.

Unterlagen für das Bankgespräch

  • Vollständiger Business­plan mit Finanzierungsplan
  • Nachweis über vorhandenes Eigenkapital
  • Systeminformationen zur Franchisezentrale und deren Erfolgsbilanz
  • Persönlicher Lebenslauf mit relevanter Berufserfahrung

Was steht im Franchisevertrag und worauf muss man vor der Unterschrift achten?

Der Franchisevertrag regelt Laufzeit, Gebietsschutz, Gebührenstruktur, Pflichten beider Seiten sowie Regelungen zu Kündigung und Vertragsende. Vor der Unterschrift sollte der Vertrag idealerweise von einer auf Franchiserecht spezialisierten Rechtsberatung geprüft werden, da einzelne Klauseln erhebliche Auswirkungen auf die spätere unternehmerische Freiheit haben können. Wer sich zusätzlich über Anbieter aus verschiedenen Branchen informieren möchte, findet etwa im Getränke- und Handelsbereich Konzepte wie wineBANK oder im Dienstleistungssektor Modelle wie Mail Boxes Etc. als Vergleichsbeispiele.

Wichtige Vertragspunkte im Überblick

  • Laufzeit und Verlängerungsoptionen
  • Gebietsschutz und Exklusivitätsregelungen
  • Kündigungsfristen und Regelungen zur Vertragsbeendigung
  • Wettbewerbsverbote während und nach der Vertragslaufzeit

Wie läuft die Eröffnungsphase nach der Vertragsunterzeichnung ab?

Nach der Unterschrift folgt die Umsetzungsphase mit Standortausbau, Schulung durch die Zentrale und Vorbereitung der Eröffnung, die je nach Konzept unterschiedlich lange dauert. In dieser Zeit stellt der Franchisegeber üblicherweise Trainingsunterlagen, Marketingmaterial für den Start sowie einen persönlichen Ansprechpartner für die Anlaufphase zur Verfügung. Eine strukturierte Einarbeitung ist entscheidend, damit der Betrieb von Beginn an nach den Standards des Systems läuft.

Unterlagen für die Startphase

  • Schulungsplan mit Zeitrahmen und Inhalten
  • Betriebshandbuch mit operativen Standards
  • Marketingkonzept für die Eröffnungswochen
  • Checkliste für Behördengänge und Genehmigungen

Fazit: Strukturiert vorgehen und jede Phase aktiv nutzen

Wer ein Franchise nehmen möchte, profitiert davon, jede Phase des Prozesses bewusst zu nutzen, um Informationen einzuholen und Referenzen zu prüfen, statt sich allein auf die Präsentation der Zentrale zu verlassen. Ein Vergleich verschiedener Branchen und Konzepte hilft dabei, das passende Modell zu finden, ganz gleich ob im Food-Bereich oder bei Dienstleistungskonzepten.

Häufige Fragen

Wie lange dauert es, bis man nach der Bewerbung ein Franchise eröffnen kann?

Das hängt stark vom System und der eigenen Vorbereitung ab, üblich sind einige Monate zwischen erster Bewerbung und Eröffnung.

Muss man vor der Unterschrift einen Anwalt einschalten?

Eine rechtliche Prüfung des Franchisevertrags durch eine spezialisierte Beratung wird dringend empfohlen, ist aber keine formale Pflicht.

Was passiert konkret an einem Discovery Day?

Kandidaten lernen Team, Zentrale und oft einen bestehenden Betrieb kennen und erhalten meist den Vertragsentwurf sowie detaillierte Kennzahlen.

Braucht man für den Business­plan bereits eine Finanzierungszusage?

Nein, der Business­plan dient als Grundlage für das anschliessende Bankgespräch und entsteht meist vor der eigentlichen Finanzierungszusage.

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